Vier Buchten auf Šolta lohnen sich für einen Segeltörn ab Split oder Seget: Tatinja, Stračinska, Livka und Šešula. Wer beim Segeln in Kroatien Geheimtipps sucht, findet hier Ankerziele abseits der großen Stadtmarinas. Tatinja bietet laut örtlichem Tourismusverband Ankertiefen von 5 bis 10 m, Stračinska etwa 7 m und Livka etwa 10 m. Bei Jugo fallen die offenen Südbuchten als Nachtlager aus.
Wählen Sie eine oder zwei Buchten passend zum Wind und zum Rückweg, statt alle vier in einen Tagesplan zu packen. Unsere Yachten im Raum Split liegen in der Marina Kaštela und der Marina Baotić in Seget Donji; bis Šolta sind es 13 bis 15 sm. Die folgenden Buchten eignen sich als wetterabhängige Ergänzungen zu einer Woche ab Kaštela oder Seget Donji.
Titelfoto: Joadl, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 AT, verkleinert.
Vier Buchten für Ihre Vorauswahl
Die Ortsangaben stammen aus der Buchtenübersicht des Tourismusverbands Šolta, gelesen am 30. Oktober 2026. Die Übersicht nennt keinen verlässlichen Ankergrund und keine aktuelle Anker- oder Bojengebühr. Diese beiden Punkte sind bei allen vier Plätzen vor Ort zu klären. Für Šešula fehlt dort auch eine Tiefenangabe. Ein Kiesstrand am Ufer belegt keinen Kiesgrund am Ankerplatz.
| Bucht | Tiefe | Wind und Welle |
|---|---|---|
| Tatinja | 5 bis 10 m | Schutz vor Nord- und Südostwind; zwei Felsen in der Bucht |
| Stračinska | Etwa 7 m | Bei Jugo zum Ankern ungeeignet |
| Livka | Etwa 10 m | Südwind meiden; Wellen vorbeifahrender Boote |
| Šešula | Keine Angabe | Bucht bei Maslinica; Schutz vor Bura und Jugo beschrieben |
Tatinja: Ankern mit Raum zum Schwojen
Tatinja ist ein Ziel für eine Pause an Šoltas Südküste. Legen Sie die Bucht vor dem Ablegen als Wegpunkt in Ihrer Seekarte an und betrachten Sie auch die Ansteuerung. Achten Sie auf die beiden Felsen mitten in der Bucht. Fahren Sie nicht auf einen Badebereich oder eine kleine Uferbucht zu, nur weil dort ein freier Fleck zu sehen ist.
Die größere Wassertiefe verlangt mehr verfügbare Kette als ein flacher Badeankerplatz: In 10 m Wassertiefe stecken Sie 30 bis 50 m Kette. Zur geloteten Tiefe kommt die Höhe der Bugrolle über Wasser. Wie viel Kette Sie unter den erwarteten Bedingungen geben, richtet sich außerdem nach Anker, Grund, Wind und Schwell. Erfragen Sie deshalb bei der Übergabe die vorhandene Kettenlänge und lassen Sie sich deren Markierungen zeigen.
Nach dem Fallen des Ankers lassen Sie ihn kontrolliert einfahren und beobachten, ob das Boot seine Position hält. Peilungen, Kartenplotter und ein passend eingestellter Ankeralarm unterstützen die laufende Beobachtung. Zwischen Ihrem Schwojkreis, Nachbarbooten und Felsen muss Platz bleiben.
Stračinska: Ein Badestopp bei passender Vorhersage
Stračinska passt in die Auswahl für einen ruhigen Tag an der Südseite der Insel. Gehen Sie beim Einlaufen langsam vor und halten Sie Abstand von Menschen im Wasser. Teilen Sie die Aufgaben vor dem Manöver auf: eine Person am Anker, eine am Steuer und bei Bedarf eine als Ausguck. So kann der Skipper die Lage beurteilen, ohne dass gleichzeitig mehrere Gäste auf dem Vorschiff hantieren.
Entscheiden Sie früh, ob die Pause bis zum Abend dauern soll. Für ein Nachtlager müssen Windentwicklung und Ausweichziel zusammenpassen. Bleibt die Vorhersage ungünstig, holen Sie den Anker rechtzeitig auf und wählen den nächsten geeigneten Liegeplatz, während die Crew noch ausgeruht ist.
Ein Landgang beginnt erst, wenn die Yacht sicher liegt. Mit dem Beiboot nehmen Sie Rücksicht auf Schwimmer und andere ankernde Boote. Behalten Sie für die Rückfahrt das Wetter im Blick. Für eine kurze Pause kann es sinnvoll sein, zunächst nur einen Teil der Crew an Land zu bringen.
Livka: Pause am Weg zwischen Šolta und Brač
Livka liegt am östlichen Inselende bei den Splitska vrata, der Durchfahrt zwischen Šolta und Brač. Die Lage passt zu einer Route, die anschließend an Brač weiterführt. Im Routenplaner können Sie den Buchtenstopp neben Ihr Tagesziel setzen und die Fahrt um Kaps verfolgen. Rechnen Sie für Baden und Ankern eigene Zeit ein.
Räumen Sie vor der Pause Tassen, Flaschen und lose Gegenstände weg. Sichern Sie die Badeleiter so, wie es die Einweisung vorsieht, und behalten Sie Personen im Wasser im Blick. Ein vorbeifahrendes Boot kann die Situation kurz verändern. Für Gäste, die beim Schwimmen unsicher sind, gehört eine klare Absprache über Einstieg und Rückkehr zur Badepause.
Prüfen Sie vor dem Aufholen, dass alle wieder an Bord sind und das Beiboot gesichert ist. Geben Sie der Person an der Ankerwinsch Zeit, Kette und Anker zu beobachten.
Šešula: Alternative nahe Maslinica
Šešula liegt unmittelbar bei Maslinica und ist unter Seglern bereits bekannt. Wenn Sie hier eine Boje nutzen möchten, klären Sie vor dem Festmachen, wer sie verwaltet, für welche Yacht sie vorgesehen ist und welcher Tarif gilt.
Bei starkem Wind entscheiden der genaue Liegeplatz, der verfügbare Raum und der Zustand der Befestigung. Fahren Sie so früh ein, dass Sie bei ungeeigneter Lage noch weiterkönnen. Eine Boje, eine Muring am Kai und Ihr eigener Anker sind unterschiedliche Systeme; die Crew sollte wissen, welches Manöver bevorsteht.
Wer einen Hafen mit Infrastruktur braucht, kann die offiziellen Liegeplatzangaben für Stomorska und Rogač in seine Alternativen aufnehmen. Stomorska nennt 30 Plätze bei 2 bis 6 m Wassertiefe. Rogač nennt 25 Plätze im selben Tiefenbereich und die einzige Tankstelle der Insel.

Wind, Rückweg und Budget zusammen planen
Bura aus Nordost und Jugo aus Südost verlangen unterschiedliche Entscheidungen. Für die Großwetterlage und Warnungen nutzen Sie den kroatischen Wetterdienst DHMZ; unterwegs liest der Skipper die aktuellen Meldungen weiter. Bura kann an der Küste starke Fallböen bringen; beurteilen Sie deshalb die gesamte Passage und den Rückweg. Verlegen Sie eine Route rechtzeitig, bevor aus einem Rückweg unter günstigen Bedingungen ein erzwungener Schlag wird.
Nach unseren Charterbedingungen dürfen Sie bei tatsächlichem oder vorhergesagtem Wind über 30 Knoten sowie behördlichem Auslaufverbot nicht ablegen. Für die übliche Woche gilt außerdem: Übernahme Samstag ab 17:00 Uhr, Rückkehr mit vollen Tanks Freitag bis 17:00 Uhr, von Bord am Samstag bis 08:00 Uhr. Planen Sie den ersten Abend an der Basis und die letzte Inselnacht so, dass der Freitag kurz bleibt.
Für Bojen und andere bezahlte Liegeplätze führen Sie eine eigene Budgetzeile. Der allgemeine Planungswert im Kostenrechner ist 60 € pro Bojennacht; für die vier Buchten ist damit kein örtlicher Tarif belegt. Halten Sie Geld für eine Hafenalternative bereit. Bei den Yachten ab Split und Seget finden Sie Basis und Kabinenplan; wählen Sie damit die Yacht, bevor Sie Ihre Buchtenrunde festlegen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Buchten eignen sich als Ergänzung zu den bekannten Häfen?
Tatinja, Stračinska, Livka und Šešula auf Šolta sind vier konkrete Ziele für die Vorauswahl ab Split oder Seget. Entscheiden Sie anhand der Tagesroute und Vorhersage, welche davon passt. Bei einer kurzen Badepause bleibt mehr Spielraum als bei einer ganzen Nacht. Ein Buchtname auf der Wunschliste genügt nicht: Ankerraum, tatsächliche Tiefe, Grund und ein erreichbares Ausweichziel müssen ebenfalls zusammenpassen.
Lässt sich eine Bucht für die ganze Nacht im Voraus festlegen?
Sie können ein Wunschziel und eine Alternative planen, die endgültige Entscheidung fällt nach Wetterlage und Platzangebot. Ein schwächerer Wind am Vormittag beschreibt noch nicht die Nacht. Sehen Sie sich an, wohin Sie bei einer Änderung rechtzeitig ausweichen können. Wenn eine Boje vergeben oder der eigene Schwojkreis zu klein ist, fahren Sie weiter, solange genug Tageslicht und Reserven bleiben.
Wie erfahre ich den Ankergrund und die aktuelle Gebühr?
Die verlinkte örtliche Buchtenübersicht veröffentlicht dafür keine belastbaren Angaben. Nutzen Sie aktuelle Seekarte und nautische Unterlagen für den Grund; beurteilen Sie den gewählten Platz zusätzlich vor Ort. Bei einer verwalteten Boje lassen Sie sich Tarif und Zuständigkeit nennen. Aus einer Strandbeschreibung lässt sich der Grund unter der Yacht nicht ableiten.
Was sollte ich bei der Übergabe für Buchtenstopps erfahren?
Lassen Sie sich Ankerwinsch, Sicherung, vorhandene Kettenlänge und Markierungen zeigen. Zum Beiboot gehören Motorbedienung, Befestigung und die sichere Aufnahme an Bord. Verteilen Sie die Aufgaben beim Ankern vor der ersten Pause und sprechen Sie die Zeichen zwischen Vorschiff und Steuer ab. Bei der Wahl des Platzes bleiben Schwimmer, Felsen, Nachbarboote und Raum für eine Winddrehung im Blick. Knapper Raum ist ein Grund, einen anderen Platz zu wählen.
Passen die vier Buchten in den ersten oder letzten Segeltag?
Bauen Sie einzelne Stopps in die Woche ein, statt alle vier als Pflichtprogramm zu behandeln. Am Übernahmesamstag steht die Yacht ab 17:00 Uhr bereit; reservieren Sie den Abend für Einweisung und Einkauf. Am Freitag sind Sie bis 17:00 Uhr mit vollen Tanks an der Basis zurück. Wählen Sie die letzte Inselnacht deshalb mit kurzem Rückweg und prüfen Sie die Vorhersage schon am Vortag.

